Neue Kirchengemeinden: erste Vorschläge diskutiert
Die mittlere Führungsebene der Diözese Rottenburg-Stuttgart präsentiert einen ersten Zwischenstand für die geplanten 50 bis 80 neuen Einheiten.
In den vergangenen vier Monaten hatten sich die Kirchengemeinden bei Informationsveranstaltungen auf Dekanats- und Gemeindeebene getroffen, diskutiert und schließlich Vorschläge erarbeitet, mit welchen anderen Kirchengemeinden sie sich zusammenschließen könnten. Dabei wurden sie von der Steuerungsgruppe im Dekanat, bestehend aus dem Dekan, der/dem Dekanatsreferent:in, einer Vertretung aus dem Dekanatsrat, der/dem Rechnungsführer:in und weiteren Vertreter:innen aus dem Dekanat, begleitet und unterstützt.
Hintergrund für die Erarbeitung der Vorschläge ist das Votum des Diözesanrats, bis 2030 aus derzeit 1.020 Kirchengemeinden 50 bis 80 neue Kirchengemeinden zu bilden. Ziel dieser Neustrukturierung ist es, das pastorale Personal und die ehrenamtlich Engagierten von Verwaltungsaufgaben zu entlasten und Kirche an vielen Orten nahe bei den Menschen und ihren Lebenswirklichkeiten zu ermöglichen.
Erste Vorstellung der Dekanatsvorschläge
„Ein großer Dank gilt allen Beteiligten für das, was bisher geleistet wurde – auch und vor allem den Kirchengemeinden, die sich mit viel Energie und Veränderungsbereitschaft auf den Weg gemacht und Vorschläge erarbeitet haben“, sagte Weihbischof Matthäus Karrer (Leiter der Hauptabteilung IV – Pastorale Konzeption der Diözese Rottenburg Stuttgart) zu Beginn des Studientags.

Im Vorfeld des Studientags hatten die Steuerungsgruppen in den Dekanaten die Vorschläge der Kirchengemeinden für das Dekanat gebündelt und zu einem oder teilweise auch zu mehreren Dekanatsvorschlägen zusammengeführt. „Heute geht es nicht um Entscheidungen, sondern darum, einen Zwischenstand wahrzunehmen: Wo stehen die einzelnen Dekanate? Wo besteht noch Klärungsbedarf? Und wie sehen die nächsten Schritte aus?“, führte Weihbischof Matthäus Karrer fort.
Nachdem jedes Dekanat den jeweils aktuellen Planungsstand vorgestellt hatte, stellte Weihbischof Dr. Gerhard Schneider (Leiter der Hauptabteilung VIIIa – Liturgie) erfreut fest: „Die Überlegungen der Dekanate liegen innerhalb des vom Diözesanrat beschlossenen Korridors von 50 bis 80 neuen Kirchengemeinden – ein großer Erfolg“. „Das zeigt doch, dass in allen Dekanaten zielorientiert gearbeitet wurde“, beobachtete einer der Teilnehmenden und erhielt große Zustimmung.
Erarbeitung von Lösungsperspektiven
An vielen Stellen passen die Überlegungen bereits gut zusammen, an anderer Stelle besteht noch Klärungsbedarf. Offen war etwa die Frage, inwieweit die neuen Kirchengemeinden auch über bestehende Landkreisgrenzen hinweg gegründet werden können. Dies sei in begründeten Ausnahmefällen möglich, beantwortete Weihbischof Matthäus Karrer die Frage, wichtig sei jedoch die Abstimmung mit den betreffenden Landräten.
Die nun erstmals zusammengestellten Vorschläge in den Dekanaten bieten die Grundlage für weitere Beratungen in den Kirchengemeinden und Dekanaten. Erste Lösungsperspektiven für die noch offenen Fragen erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen und tragen diese nun in die Kirchengemeinden.

Weitere Schritte
Die beim Studientag gesammelten Rückmeldungen aus den Dekanaten werden dem Bischof nun mitgeteilt, er wird dazu zeitnah Stellung beziehen.
Die Kirchengemeinden erhalten von den Steuerungsgruppen eine Rückmeldung zu ihren Vorschlägen und den möglichen Lösungsperspektiven, sofern noch Klärungsbedarf besteht. Anschließend bleibt noch Zeit für Beratungen und die Klärung noch offener Fragen. Bis zum 20. September sind die Kirchengemeinden aufgefordert, ihr Votum zur Bildung einer neuen Kirchengemeinde abzugeben. Nach einer fachlichen Prüfung werden die Voten Ende November dem Diözesanrat zur Beratung vorgelegt. Auf dieser Grundlage entscheidet Bischof Dr. Krämer im Dezember 2026 und die zukünftige Landkarte der Diözese Rottenburg-Stuttgart steht.
„Mit der heutigen Zusammenstellung haben wir einen ersten Meilenstein auf dem Weg zu den neuen Kirchengemeinden erreicht, indem wir im Zielkorridor gelandet sind. Dass an der ein oder anderen Stelle noch nachgearbeitet muss, war von vornherein eingeplant und liegt in der Natur der Sache eines so großen und komplexen Entwicklungsprozesses“, fasste Weihbischof Matthäus Karrer am Ende der Veranstaltung zusammen.
Im Rahmen des Programms “Seelsorge in neuen Strukturen” (eines von mehreren Programmen im Entwicklungsprozess “Kirche der Zukunft”) werden aus den aktuell 1.020 Kirchengemeinden bis 2030 50 bis 80 neue Kirchengemeinden mit gemeindlichen und thematischen Kirchorten gebildet, um den veränderten pastoralen Anforderungen gerecht zu werden, die rückläufigen Finanz- und Personalressourcen zukunftsfähig zu verwenden und pastorales Personal und Ehrenamtliche von Verwaltungsaufgaben zu entlasten.



